HomeKit ist ein mächtiges Werkzeug und möglicherweise das beste Smart Home System, das es gibt. Es ist sogar noch leistungsfähiger, als die meisten Nutzer wissen, denn Apple Home zeigt ihnen nicht alles, was HomeKit kann. Einige Funktionen von HomeKit sind nicht Teil von Apple Home, können aber mit Apps von Drittanbietern genutzt werden. Auf der anderen Seite gibt es Dinge, die Apple Home kann, andere Apps aber nicht. Das sind Funktionen von HomeKit, die Apple für sich behält. Damit halten sie App-Entwickler davon ab, HomeKit zu verbessern.

Warum sollte mich das interessieren?

Apple hält ein Monopol auf HomeKit, indem App-Entwickler daran gehindert werden, wichtige HomeKit-Funktionen zu nutzen. Zugleich bietet Apple kein umfassendes HomeKit-Erlebnis. Als Benutzer hat man die Wahl zwischen zwei unschönen Optionen:

Entweder man akzeptiert den Umfang von Apple Home und verpasst viele leistungsstarke Funktionen oder man nutzt die eingeschränkten Apps von Drittanbietern und muss mit den Inkonsistenzen zwischen ihnen und Apple Home leben.

Dein Smarthome könnte besser werden, wenn Apple diese Einschränkungen aufhebt. Wenn Apple uns lässt, können wir Funktionen entwickeln, die sich HomeKit-Nutzer seit Jahren gewünscht haben. Natürlich ist das auch im Interesse von Apple. Sie profitieren am meisten von zufriedeneren HomeKit-Nutzern und verdienen jedes Mal Geld, wenn wir unsere Apps verkaufen.

Wie kann ich helfen?

Dieser Text ist Teil einer Petition, die wir gestartet haben, um Apple darauf aufmerksam zu machen, dass es Probleme gibt, die der HomeKit-Community schaden. Wenn dir HomeKit am Herzen liegt und du willst, dass es sich verbessert, gehe bitte zu change.org. Unterschreibe und teile unsere Petition. Jeder, der an HomeKit interessiert ist, wird von besseren Apps profitieren, und jede Unterschrift hilft.

Welche Funktionen sind eingeschränkt?

Hier ist eine Übersicht über die eingeschränkten Funktionen und warum sie wichtig sind.

Versteckte Szenen

In Apps von Drittanbietern müssen alle Automationen eine Szene aktivieren. Im Gegensatz dazu kann Apple Home Geräte direkt ansprechen. Dazu nutzt Apple versteckte Szenen.

Das führt zu einigen Problemen für andere Apps:

  1. Jede Automation braucht eine Szene, aber es kann nur 100 Szenen in einem Zuhause geben. Apples versteckte Szenen zählen hier nicht. Aus diesem Grund sind HomeKit-Apps in der Anzahl der Automationen, die sie erstellen können, eingeschränkt.
  2. Das Erstellen von Automationen mit versteckten Szenen ist oft benutzerfreundlicher, da Benutzer unnötige Schritte vermeiden können.
  3. Wenn eine Automation eine versteckte Szene verwendet, können Benutzer sie in den Apps von Drittanbietern sehen, aber sie können sie nicht bearbeiten.

Mehrere Entwickler, darunter auch wir, haben Apple wiederholt nach dieser Funktion gefragt und warum sie nicht freigegeben wird. Es gibt Anfragen dazu, die schon 2016 online gestellt wurden. Dennoch gab es nie eine angemessene Antwort oder den Ansatz einer Erklärung.

Das ist frustrierend, weil dieses Problem erhebliche Auswirkungen hat, aber leicht zu beheben ist. Der notwendige Code ist in HomeKit enthalten. Apple muss ihn lediglich als öffentlich markieren.

Versteckte Geräte

Ein weiteres Problem, zu dem wir immer wieder Feedback erhalten, sind HomePods, Apple TVs und HomeKit TVs. Sie sind Teil von HomeKit und werden in Apple Home verwaltet, aber Apple verbirgt sie vor anderen Apps. Daher können wir nicht feststellen, ob ein Nutzer eines dieser Geräte besitzt, geschweige denn, sie für seine Heimautomation verwenden. Wir können auch nicht herausfinden, ob eine Szene oder Automation ein verstecktes Gerät verwendet. Aus diesem Grund werden solche Automationen in Apps von Drittanbietern unvollständig angezeigt, was dazu führt, dass die Benutzer glauben, die Apps seien fehlerhaft.

Auch hier handelt es sich um eine schwerwiegende Einschränkung für Drittanbieter-Apps, die von Apple nicht erklärt wird. Dies könnte mehr Arbeit für Apple bedeuten als die versteckten Szenen, aber die Grundlage ist auch hier bereits Teil von HomeKit.

Versteckte Aktionen

Als Folge des Problems der versteckten Geräte gibt es das Problem der versteckten Aktionen. Wenn wir ein Gerät nicht sehen können, können wir es auch nicht steuern. Aus diesem Grund ist die Medienwiedergabe Apple-exklusiv. Lautsprecher und Medienwiedergabe sind zwar Teil von HomeKit, aber Apps von Drittanbietern können sie nicht nutzen.

Es ist jedoch erwähnenswert, dass es auch versteckte Aktionen bei Geräte gibt, die nicht versteckt sind. Mit iOS 14 wurde zum Beispiel Adaptive Lighting eingeführt, mit dem Lampen ihre Farbe im Laufe des Tages ändern können. Aus unerfindlichen Gründen hat Apple beschlossen, diese Funktion exklusiv zu machen, obwohl alle anderen Aktionen für Lampen uneingeschränkt möglich sind.

Versteckte Auslöser für Automationen

Anders als viele Nutzer glauben, können HomeKit-Apps nicht beliebige Auslöser anbieten. HomeKit definiert die unterstützten Auslöser, und wir verwenden sie in Automation. Interessanterweise bietet Apple selbst nicht alle Optionen in Apple Home an und lässt sogar einige häufig verwendete Auslöser weg. Aber die Ankunft oder Abreise einer bestimmten Person als Auslöser zu verwenden, ist etwas, das nur Apple kann. 

Geräte Benachrichtigungen

Apple Home ermöglicht es, Benachrichtigungen zu erhalten, wenn sich bestimmte Eigenschaften eines Gerätes ändern. Leider können andere Apps diese nicht verwalten oder eigenen Benachrichtigungen anbieten. Es ist nur möglich, auf HomeKit-Informationen zuzugreifen, während eine App ausgeführt wird. Aus diesem Grund können wir nicht wissen, wann wir eine Benachrichtigung senden sollen, solange unsere App geschlossen ist. Wir glauben, dass Apple Home vom HomeHub informiert wird, wenn Benachrichtigungen verschickt werden sollen. Die andere Möglichkeit, die wir uns vorstellen können, ist, dass Apple im Hintergrund auf HomeKit zugreifen kann. So oder so, Apps von Drittanbietern sind nicht in der Lage, dasselbe zu tun.

Geräte Kennungen

Jedes Gerät hat eine eindeutige Kennung. Damit ist es möglich, Informationen über ein Gerät zu speichern. Zum Beispiel, verwende das Icon “Lampe” für das Gerät mit der Kennung “x”. Leider ist diese Kennung intern und nur für Apple bestimmt. Andere Entwickler dürfen sie aus Datenschutzgründen nicht verwenden. Stattdessen gibt es eine weitere Kennung mit zwei gravierenden Nachteilen.

Erstens: Installiert man dieselbe App auf dem iPhone und dem iPad, so ist die Kennung für ein Gerät auf beiden Geräten unterschiedlich. Mit anderen Worten: Wir können ein Gerät nicht anhand seiner Kennung auf verschiedenen Endgeräten erkennen.

Zweitens kann sich die Kennung eines Gerätes sogar auf einem Endgerät ändern. Wir wissen nicht, wann sie sich ändert, aber es passiert regelmäßig und kann jederzeit passieren. Mit anderen Worten: Wir können ein Gerät auf einem Endgerät nicht über einen längeren Zeitraum hinweg identifizieren.

Zusammen macht es das überraschend schwer, Geräte zu unterscheiden, was für viele Funktionen unerlässlich ist.

Anders als bei den meisten Funktionen auf dieser Liste gibt es dafür eine gute Erklärung. Eine globale, stabile und eindeutige Kennung würde es leicht machen, Benutzer über verschiedene Apps hinweg zu verfolgen. Nehmen wir zum Beispiel an, dass eine App einen Benutzer mit einer solchen Kennung verknüpft. Dann können andere Anwendungen den Benutzer identifizieren, wenn sie ein Gerät mit der gleichen Kennung finden. Um das zu vermeiden, hat Apple beschlossen, diese Kennungen stets zufällig zu generieren und hat sie damit fast unbrauchbar gemacht.

Wir denken jedoch, dass hier ein Kompromiss gefunden werden kann. Die Kennungen sollten stabil und für einen App-Anbieter eindeutig sein. Sie sollten jedoch nicht global sein. So erhält jede App desselben Herstellers die gleichen Kennungen. Sie ändern sich nicht und sind auf anderen Geräten identisch. Apps eines anderen Herstellers würden jedoch andere Kennungen erhalten. Alternativ sollten zumindest die Kennungen für eine einzelne App stabil sein, um ihr eine funktionale Kennung zu geben, ohne dass ein Tracking der Nutzer zwischen den Apps möglich ist.

Berechtigungsmanagement

Eine weitere Sache, die nur Apple tun kann, ist die Verwaltung der Personen, die in ein Zuhause eingeladen sind. Apps von Drittanbietern können zwar eine Ansicht von Apple öffnen, um neue Personen einzuladen, aber sie können nicht sehen, wer eingeladen ist oder deren Berechtigungen verwalten.

Dies könnte ein Problem für den Datenschutz darstellen. Es sollte jedoch nicht problematischer sein, als wenn man Apps Zugriff auf Kontakte gewährt.

Geräte hinzufügen

Apps von Drittanbietern können Geräte zu HomeKit hinzufügen, indem sie eine Ansicht von Apple öffnen, die den Prozess verwaltet. Dies war bis vor kurzem kein großes Problem, bis Apple anfing, die Benutzer zu zwingen, den Einrichtungsprozess abzuschließen. Während dies in einigen Fällen hilfreich sein kann, kann es auch ärgerlich sein, wenn man eine Reihe von Geräten hinzufügt. Viele Benutzer mögen dieses Verhalten von Apple Home nicht, aber andere Apps können keine eigene Methode für diesen Vorgang anbieten.

Was sollte Apple tun?

Ich hoffe, das erklärt, warum HomeKit-Apps von Drittanbietern einige Dinge nicht tun können, die grundlegend erscheinen. Während wir unser Bestes tun, um großartige Apps zu entwickeln, hindert uns Apple daran, eine vollständige HomeKit-App anzubieten.

Dein Smarthome könnte besser werden, wenn Apple diese Einschränkungen aufhebt. Wenn Apple uns lässt, können wir Funktionen entwickeln, die sich HomeKit-Nutzer seit Jahren gewünscht haben. Natürlich ist das auch im Interesse von Apple. Sie profitieren am meisten von zufriedeneren HomeKit-Nutzern und verdienen jedes Mal Geld, wenn wir unsere Apps verkaufen.

Daher sollte Apple die Spielregeln vereinheitlichen und uns Zugang zu allen HomeKit-Funktionen gewähren. Der notwendige Code ist bereits Teil des HomeKit-Frameworks. Aber er ist privat, also können wir ihn nicht nutzen. Es gibt keinen guten Grund, warum Apple diesen Code geheim hält, und Apple bietet uns auch keine Erklärung. 

Die Gründe, die eine glaubwürdige Erklärung sein könnten, sind Sicherheit und Datenschutz. Aber viele der Einschränkungen sind hier viel weniger relevant als die Funktionen, die bereits in HomeKit enthalten sind. Das macht diese Begründung zumindest zu einem inkonsequenten Argument.

Außerdem gibt es hier einen sehr beunruhigenden Trend. Als HomeKit auf den Markt kam, war alles mit Apps von Drittanbietern möglich. Tatsächlich hat Apple die Home App erst zwei Jahre nach HomeKit eingeführt. Wenn Apple jedoch neue Funktionen einführt, neigen sie zunehmend dazu, diese geheim zu halten. HomeKit TVs, HomeKit Secure Video und Adaptive Lighting sind drei aktuelle Beispiele. Infolgedessen wird HomeKit immer restriktiver, und Apps von Drittanbietern sind weniger praktikabel geworden. Mit iOS 16 wird Apple eine neu gestaltete Home-App einführen. Es gibt jedoch keine einzige nützliche und öffentliche Änderung an der HomeKit-API.

Um es noch einmal deutlich zu sagen: HomeKit ist ein großartiges System, aber ohne Apps von Drittanbietern ist es viel weniger reizvoll. Apples Entscheidung, Funktionen einzuschränken, schwächt HomeKit. Das schadet HomeKit-Nutzern, App-Entwicklern und letztlich auch Apple.

Wenn wir in die nahe Zukunft blicken, steht Matter vor der Tür. Ich hoffe, dass Apple den Trend bricht und dem HomeKit-Framework etwas Liebe schenkt. Matter wird die Smart-Home-Landschaft verändern, ebenso wie HomeKit. Mit einem soliden App-Ökosystem von Drittanbietern wird HomeKit meiner Meinung nach jedoch weiter erfolgreich sein.

Wenn du der gleichen Meinung bist, unterschreibe und teile bitte unsere Petition. Hilf uns, HomeKit besser zu machen.